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Satinangora

Satinangorakaninchen wurden in Kanada erzüchtet. Die Züchterin Leopoldina Meyer fand in einem Wurf Satinkaninchen zufällig ein langhaariges Tier. Dieses verpaarte sie zielgerichtet mit französischen Angorakaninchen und schaffte es, ein Kaninchen mit Wollhaarvlies und Satinglanz, aber ohne die Rassemerkmale der "normalen"  Angora (Ohrpuschel, Backenbart,...) herauszuzüchten. Die Rasse wurde in Kanada 1987 anerkannt. In den 1990er Jahren importierte Ursula Glauser die ersten Satinangora in die Schweiz, von wo sie sich allmählich auch nach Deutschland ausbreiten.



Auf die Satinangorakaninchen bin ich erst nach längerer Recherche gestoßen. Als mein Sohn geboren wurde, fing meine Mutter als fürsorgliche Oma an, für ihn schöne Sachen zu stricken und dafür hochwertige Wolle einzukaufen. Da ich den Wunsch nach Kaninchen nie aufgegeben habe und mir wieder welche anschaffen wollte, kamen wir auf die Idee, beides zu kombinieren und Angorakaninchen anzuschaffen. So begann ich nachzulesen und zu forschen, wie man diese Tiere halten muss, was man zur Pflege berücksichtigen muss und so weiter. Erst durch diese Recherchen stieß ich auf Satinangora, verliebte mich sofort und erkannte die vielen Vorteile, die sie gegenüber den "normalen" Angorakanichen haben: Ihre Pfoten, Gesicht und Ohren sind normal behaart, was ihnen die selbstständige Körperpflege erleichtert und im Sommer bessere Körpertemperaturregulierung über die Ohren erlaubt. Die Wolle ist pflückbar, das heißt die Tiere haben einen Fellwechsel und die Wolle wird reif und lose, so dass man sie mit den Fingern auszupfen oder mit einem Kamm auskämmen kann. Das hat im Winter den Vorteil, dass das Tier nicht nackt ist wie nach der Schur und somit auch in Außenhaltung nicht friert, denn unter der reifen Wolle wächst bereits das neue Vlies nach. Im Sommer schere ich trotzdem, damit die Tiere es kühler haben. Außerdem geht es schneller, was bei einem größeren Bestand durchaus ein Argument ist... In 20min bin ich mit der Schere fertig.

Deutschland dürfte mit das einzige Land sein, in dem verschiedene Farbschläge als verschiedene Rassen gelten und nicht miteinander gekreuzt werden dürfen. Im Ursprungsland der Satinangora wird nicht farbrein gezüchtet. Die Folge ist, dass die wenigsten Satinangora reinerbig in Bezug auf ihre Farbe sein dürften. Ich finde es besonders spannend, mir anhand der Stammbäume der Kaninchen auszurechnen, was bei dieser und jener Verpaarung rauskommen müsste. Und dann ist natürlich der Blick ins Nest immer wieder aufregend:  Ist das eingetreten, was ich berechnet habe? Tritt vielleicht sogar eine verborgene, nicht geahnte Trägereigenschaft der Eltern zutage? Anhand der Jungtiere kann man Rückschlüsse auf die Erbformel der Eltern ziehen.




Bunte Würfe sind toll. Gerade bei einer Rasse, deren Wolle für Handarbeiten genutzt werden soll. Da wäre es ja langweilig, 30 Kaninchen der gleichen Farbe zu haben.





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