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Futter

Artgerechte Ernährung für Kaninchen ist nicht auf eine bestimmte Rasse beschränkt und schließt genausowenig bestimmte Rassen aus. Das Hauptfutter, die Grundlage, sollte immer frisches Grünfutter sein. Im Sommer ist das idealerweise "Wiese", also Gräser, Kräuter, Blumen, eben alles was auf einer wilden Wiese so wächst. Das ist nicht nur das natürlichste und gesündeste Futter, das man Kaninchen bieten kann, sondern gleichzeitig auch das preisgünstigste. Auch wer keine eigene Wiese hat, kann Futter sammeln. Feldwege, Friedhöfe, Spielplätze und öffentlich zugängliche Wiesen bieten hier Möglichkeiten. Allerdings sollte man sich über die Eigentumsverhältnisse erkundigen, denn es gibt nunmal kein Land, das niemandem gehört. Wir wollen ja keinem Bauern sein Viehfutter stehlen! Bei freundlichem Nachfragen wird ein normaler Wiesenbesitzer aber den Bedarf für ein paar Zwergkaninchen sicherlich verschmerzen. Zu achten ist auch auf stark befahrene Straßen in der Nähe, da die Pflanzen Schadstoffe aus den Autoabgasen aufnehmen und speichern. Das ist den Kaninchen auf Dauer nicht zuträglich. An Feldrändern können die Pflanzen mit Pflanzenschutzmitteln benetzt worden sein, die auf die Feldkultur ausgebracht worden ist. An solchen Stellen vorsichtig sein. Im Zweifelsfall wiederum ist möglicherweise mit Abgasen oder Pflanzenschutzmitteln belastetes Grünfutter besser als gar kein Grünfutter. Das Gemüse, das man im Supermarkt kaufen kann, ist direkt mit den Mitteln behandelt worden, da ist der eventuelle Sprühnebel doch noch geringer belastend.
Auch in Parks und städtischen Gärten gibt es viel Futter zu holen. Dort ist auf Hundekot zu achten, den man natürlich umgehen sollte. Manchmal gibt es in Städten allerdings Verbote gegen das Pflücken von Pflanzen, um die Grünanlagen vor Vandalismus zu schützen. Im Zweifelsfall bitte vor dem Pflücken kundig machen!
Hat ein Kaninchen in ausreichendem Maße frische Wiese zur Verfügung, braucht es entgegen aller Ratschläge kein Heu. Es würde es ohnehin nicht fressen. Heu ist nichts anderes als getrocknete Wiese und somit gegenüber der frischen Wiese minderwertig. Es taugt als Ersatz, wenn Frisches nicht zu bekommen ist, z.B. im Winter, ist jedoch nicht lebensnotwendige Grundlage. Würden Sie Ihrer Familie neben einer frisch gebackenen, duftenden Semmel auch noch getrocknete, harte Brötchen vorsetzen? Na also! Zwergkaninchen in Wohnungshaltung brauchen außer Wiese kein weiteres Futter. Natürlich wird so ein Zwerg nichts gegen eine Möhre oder ein Stück Apfel einzuwenden haben! Handelsübliches, pelletiertes Kaninchenfutter oder quietschbunte Drops braucht er jedoch nicht. Er würde verfetten, Zahn- und Verdauungsprobleme bekommen und im schlimmsten Fall eines schmerzhaften Todes wegen Darmverschluss, Magenwandruptur oder Aufgasungen sterben. Hauptproblem von pelletiertem Futter sind die hohe Energiedichte und der Zermahlungsgrad der Nahrungsbestandteile. Durch das sehr gehaltvolle Futter fressen die Kaninchen weniger Volumen im Gegensatz zur eher "mageren" Frischkost. Sie kauen weniger. Dadurch werden die Zähne nicht genügend abgenutzt und können schief wachsen sowie schmerzhafte Zahnspitzen bilden. Nicht die Härte des Futters spielt die Hauptrolle bei der Zahnabnutzung, sondern die Anzahl der Mahlbewegungen. So ein Pellet ist im Maul durch den Speichel schnell aufgeweicht und von seiner ursprünglichen Härte bleibt nichts übrig. Für die Schneidezähne gibt es nichts zu schneiden und für die Backenzähne nichts zu mahlen. Das Kaninchen nimmt in kurzer Zeit ein Vielfaches seines Energiebedarfes auf. Bevor es allerdings merkt, dass es energetisch satt ist, hat es schon viel mehr auf einmal gefressen, als der Magen fassen kann. Die Pellets quellen im Magen auf, verklumpen, es kommt zum Riss der Magenwand. Das ist natürlich der worst case  Übrigens ist auch die durch Pellets vorgeschädigte Verdauung der Grund, warum sich das Gerücht hält, dass Kaninchen keinen Kohl fressen dürfen. Schuld ist an Verdauungsproblemen nach Kohlfütterung nicht der Kohl, sondern das Industriefutter. Meine Jungtiere fressen gleich mit 3 Wochen, wenn sie anfangen feste Nahrung zu probieren, problemlos auch Kohl. Die einzigen Schwierigkeiten, die sie damit haben, sind technischer Natur, weil sie erst noch üben müssen mit ihren kleinen Zähnchen weiches Futter zu fressen. Das spröde Heu, das als Bestandteil ihres Nestes auch ihre erste feste Nahrung ist, lässt sich einfacher zermümmeln...
Ähnliches wie für Pellets gilt übrigens für hartes Brot/Brötchen. Das wird vielerorts noch immer als gutes Kaninchenfutter genannt. Für Mastkaninchen, die selten über ihren 6. Lebensmonat hinauskommen, mag das stimmen. Die sollen schnellstmöglich und mit dem geringstmöglichen Aufwand an Futter möglichst viel zunehmen, um dann geschlachtet zu werden. Für unsere Hausgenossen trifft das aber nicht zu! Die sollen möglichst lange gesund bleiben und ihre sportliche Figur behalten, darum ist das viel zu energiehaltige Brot für sie ungeeignet. Für den vermeintlichen Zahnabrieb gilt das gleiche wie für Pellets: Das Brot weicht schnell auf.
Für den Zahnabrieb sind vielmehr Äste und fasriges Grünfutter günstig. An den Ästen haben die Schneidezähne wirklich was zu tun, die festen Fasern in Rinde, Blättern und Grashalmen bieten den Backenzähnen genug Arbeit, um sich abzunutzen.


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