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Buchtenstall

Leider immer noch üblich sind die sogenannten Buchtenställe, in denen jedes Kaninchen seine eigene, meist winzige Box hat. Solche Ställe sind für die dauerhafte Haltung grundsätzlich abzulehnen, da sie nicht im geringsten tiergerecht sind. Das gilt ebenso für die handelsüblichen Kleintierkäfige.
Ganz ursprünglich wurden Kaninchen freilaufend in Kuh- oder Schafstall gehalten und ernährten sich von dem, was sie vom Grünfutter der großen Weidetiere ergattern konnten. Das ist der Ursprung für den Begriff des Stallhasen. Kriegsnöte erzwangen andere Haltungsformen, Großvieh wurde seltener und für den gewöhnlichen Bürger unerschwinglich. Fleisch wurde rar und man wurde erfinderisch, auf kleinstem Raum und mit geringstem Aufwand von Platz und Futtermitteln möglichst viel Fleisch zu erzeugen. Kaninchen tolerieren - leider - schlechte Haltungsbedingungen, ohne ihre sprichwörtliche Fruchtbarkeit einzubüßen und leiden stumm, somit setzte sich die Buchtenhaltung weitläufig durch. In jede kleinste Ecke konnte somit eine "Karnickelschrankwand" gequetscht und die Insassen mit Abfällen und dem kostenfrei erhältlichen Wiesengrün ernährt werden, wodurch auch in der Stadt die Fleischversorgung von jedem selbst verbessert werden konnte.
Die Käfige hingegen haben die Labortierhaltung zum Vorbild, bei der es ebenfalls auf größtmögliche Platzausnutzung ankommt.

Beide Haltungsformen sollten uns heutzutage nicht mehr als Vorbild dienen. Der Krieg und die damit verbundenen Notzeiten sind vorbei und Tierversuche werden ebenfalls längst als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Wir haben die Ressourcen, unsere Tiere besser zu halten und wir können uns auch den Luxus erlauben, über das psychische Wohl der Tiere nachzudenken, mit denen wir unser Leben teilen möchten. Die meisten als Heimtier gehaltenen Kaninchen sollen auch nicht der Nahrungsmittelerzeugung dienen, sondern möglichst lange gesund bleiben. Zudem sind Kaninchen als Heimtier im Käfig tatsächlich so langweilig, wie es das Klischee behauptet. Was sollen sie auch den ganzen Tag machen, wenn sie kaum mehr als ein, zwei Sprünge am Stück machen können und niemanden haben, mit dem sie interagieren können? In der Gruppe und mit genug Platz sind sie sehr interessante Tiere, deren Kapriolen und Sozialverhalten zu beobachten auch Kindern Spaß machen kann. Im Käfig werden nicht wenige Kaninchen verhaltensauffällig, gar aggressiv. Die meisten Käfige können von oben geöffnet werden, was dazu führt dass für das Kaninchen die Hand von oben kommt wie eine Raubvogelkralle. Das ist bedrohlich und versetzt das Fluchttier in Todesangst.  Nicht verwunderlich, dass es versucht sich zu wehren. Ebenso kommt durch den Platzmangel auch das häufig gehörte Argument "Mein Kaninchen verträgt sich nicht mit Artgenossen".

Ich selbst habe dennoch einen Buchtenstall, und zwar aus einem bestimmten Grund.
Neue Tiere sollten immer mindestens eine Woche, besser länger, in Quarantäne gehalten werden, um die Übertragung von Krankheiten auszuschließen und die Gesundheit des neuen Tieres durch Kotproben und Beobachtung zu überprüfen. In jedem Stall ist das Keimklima anders, darauf stellen sich die Immunsysteme der Tiere ein. Was ein ansässiges Tier toleriert, kann ein neues Tier krank machen - und umgekehrt. Ggf. müssen neue Tiere auch eine Ernährungsumstellung hinter sich bringen, das geht am besten langsam während der Quarantäne.
Zum Zweiten sollte man immer eine Ausweichmöglichkeit in der Hinterhand haben, falls man ein krankes Tier separieren muss oder es plötzlich schlimmen Krach in einer Gruppe gibt. Es gibt noch viele andere Gründe, ein Tier kurzfristig anderweitig unterbringen zu können, und nicht immer hat man dann die Zeit oder Möglichkeit, ein provisorisches Gehege zusammenzuzimmern. Ich habe auch schon Tiere von Bekannten zur Urlaubsbetreuung in diesem Stall untergebracht, es ist nicht ratsam solche nur befristet aufgenommenen Tiere in eine Gruppe zu integrieren.

Diesen Stall (ursprünglich mit 6 Buchten, ich habe die Trennwände herausgenommen und 3 größere Buchten draus gemacht) habe ich mir angeschafft, als ich drei Zuchttiere aus einer Zuchtverkleinerung gleichzeitig aufnehmen "musste".


Da mir nun dieser alte, kleine Stall nach der Aufnahme von Riesenmix Niko besonders schäbig erschien, habe ich beschlossen einen neuen zu bauen.


Der Stellplatz gab eine maximale Außenbreite von 2m vor. Die Tiefe wurde sowohl von den Vorgaben für Buchtengrößen wie auch von meiner Armlänge bestimmt, ich muss ja auch in der oberen Bucht hinten sauber machen können. Die Höhe richtet sich ebenfalls nach den Vorgaben des ZDRK, die für Mittelrassen eine Mindeststallgröße von 85x80x60cm vorschreiben. Die Breite wird in meinem Fall natürlich weit überschritten, dennoch halte ich diese Ställe nicht zur dauerhaften Haltung geeignet.
 
Als Material habe ich mich für 22er OSB und FiTa-Rahmen entschieden, weil diese Materialien preisgünstig und leicht zu bearbeiten sind.
Die OSB Tafeln hab ich mir im Baumarkt zuschneiden lassen, zuhause dann noch die Ecken für die Rahmenhölzer ausgeschnitten.

Rahmen zusammenschrauben und Etagen auflegen




Außenverkleidung anschrauben



Niko durfte dann schonmal probesitzen und mir beim Ausmessen der weiteren Strukturen helfen

Die Buchten erhalten "Höhlen" als Rückzugsort und im Bedarfsfall als Wurfhöhle. Obendrauf können die Tiere erhöht liegen, Rasenteppich verhindert abrutschen und reduziert die Verletzungsgefahr.


Belag zuschneiden und die Buchten damit auskleiden. Dabei half bei den eigentlich zu niedrigen Temperaturen die Heißluftpistole, um den Belag weich zu machen.


Die Ränder des Belags müssen mit Leisten abgedeckt werden, damit die Tiere sie nicht anfressen können.

Die Streubretter sitzen in U-Profilen und sind herausnehmbar, um die Reinigung zu erleichtern.


Die Raufen habe ich aus 10mm Buchenstäben und Reststreifen Siebdruckplatten gebastelt.



Der Stall bekam noch ein Dach aus Trapezplatten mit weitem Überstand, damit es nicht reinregnet, die Sonne abgehalten wird und ich auch im Trockenen davor arbeiten kann.


Die Türen hatte ich ursprünglich aus Dachlatten zimmern wollen, bekam aber den Tipp, sie lieber aus OSB zu schneiden. Dann verziehen sie sich nicht und einfacher zu bauen ist es auch.


Die Türen haben innen Magnetschnäpper und außen Überwurfriegel. Die Höhlentüren werden von Vorreibern gehalten.







Der Stall wird im Sommer noch cremeweiß gestrichen, um das Material vor der Witterung zu schützen und die Sonne abzuweisen. Auch die Gitter möchte ich schwarz ansprühen, damit man besser durchgucken kann.


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